Frankfurter Postzeitung


S. 51 des Jahrgangs
[Seitenanfang]

Auß des Gravenhage vom 21. Ditto.

[#1:] Die Hollendiſche Stände kommen täglich fleiſſig beyſamen/ darbey ſich jhre Pr: Exc. wie
auch viß weilln in der Generalitet vnd im Rath von Staaten finden laſſen/ die Reſolutionen
aber werden in geheimb gehalten/ Jnterim gehen die Kriegs bereitſchafften ſtarck forth/ vnnd
ſein noch vil newr Capitän vnd Officir denominirt vnd halten ſich jhre Pr. Exc. allerdings mit
dero Kriegsherꝛ (ſo ſchon mehrentheils in Geldern/ vnd den Güligſchen Landen arriuirt/ fer-
tig dem Spinola als bald zufolgen dörffte wol morgen oder vbermorgen von hinnen ofbrechẽ/
dan die Teuten/ vnd alle bereitſchafften ſchon hinauff gefürth.

[#2:] Jn Engellandt ſolle das newe Kriegsvolck zu Schiff geladen/ vnd herüber gefürth werden/
vnd ſeint zu Rotterdam/ vnd dorth in 80. andere Schiff beſtelt/ ſelbiges volck zu waſſer weiter
hinauf biß nach Reeß zuführen/ von dannen ſollen ſie mit andere Trouppen der Herꝛn Staden
nach Teutſchland gefürth/ vnd werden die Fahnen vor ſelbiges volck alhie fertig gemacht.

[#3:] Jhre Pr. exc. haben ſich mit dem Prinzen von Conde gäntzlich vergliechen geben demſelben
vor ein abſtand vf ſeine prætenſion wegen der Vraniſchen Erbguter 150000. Cronen bar/ habẽ
darauff einander alle Vätterliche Freundtſchafft verheiſſen.

[#4:] Auß der See haben wir/ das die Courſaren widerumb 4. Hollendiſche Schif genohmen/ des-
wegen die handelsleut reſoluirt/ nach den weſtländern zu negotyeren für ein zeitlang einzuſtellẽ/
bis die See Reuber etwas gegempfft ſeyen. Jn Merioa ſolle eine Statt durchs Fewr von
Himmel verbrandt: vnd eine andere durchs waſſer verſuncken ſein das gewitter hat auch eine
groſſe menge heuſchrecken vfs land geworffen/ der Tarter wehre im Königreich China einge-
ſallen/ vit 1000. Menſchen vmbgebracht/ vnd etliche Stätt erobert.